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Buchempfehlungen

1.)  Kunstsammler und ihre Häuser

Irene Gludowacz, Susanne von Hagen, Philippe Chancel, Kunstsammler und ihre Häuser, Kneseback Verlag, München, 2006, 240 Seiten, 200 farb. Abb., ISBN 978-3-89660-406-4, 34,95 Euro.
 
Die Leidenschaft des Sammelns befällt Menschen sämtlicher Bevölkerungsschichten, allerdings hat die Frage ‚Wer was sammelt’ natürlich auch mit Geld zu tun. „Kunstsammler und ihre Häuser“ entführt in Welt des Geldadels in Deutschland, Europa und den USA. Das Buch befriedigt die voyeuristische Neugier, über Zäune hinweg zu steigen und hinter Wände zu blicken, die den meisten sonst den Zutritt zu den heute wichtigsten Protagonisten des Kunstbetriebs verwehren: den vermögenden Sammlern. Knapp zwei Dutzend dieser illustren Gestalten (manchmal sind es auch Paare) werden in Bild und Text vorgestellt. Vielleicht gehört bei vielen Sammlern auch der Hang zur Selbstdarstellung mit dazu, oder doch der Stolz auf die Bestände ihrer Sammlung, jedenfalls wird dem Leser zumindest in den Bildern ein intimer Einblick in die Privatsphäre gegönnt.
2.)  Index Kreativität
 
 
  
Hans Ulrich Reck, Index Kreativität, Kunstwissenschaftliche Bibliothek Bd. 30, hrsg. v. Christian Posthofen, Verlag der Buchhandlung Walther König, Köln, 2007, 561 Seiten, ISBN 978-3-86560-287-7, 98 Euro.
Der „Index Kreativität“ des Professors für Kunstgeschichte im medialen Kontext an der Kölner Kunsthochschule für Medien, Hans Ulrich Reck, fordert selbst zum kreativem Umgang auf. Einer diskursiven Lektüre der über 140 indexikalischen Einträge von A wie „Aborigines“ bis Z.
 Um kreativ zu sein, muß man manchmal die bestehende (alphabetische) Ordnung verlassen und sich neue Wege erschließen, vielleicht auch sich auf chaotische Strukturen einlassen. Deshalb darf auch ein Eintrag zu „Kreativdestruktion/Destruktivitätsschöpfungen“ nicht fehlen, während man einen Paragraphen über den Begriff der Kreativität selbst vergeblich sucht. Dafür finden sich in dem wissenschaftlichen aber nicht unbedingt um Objektivität bemühten Lexikon Einträge über „Kreatives Kopieren“, „Kreative Wiederholung“, „Kreativitätstraining“ und den Kreativitäts(vorstellungs)konflikt“. In seiner kurzen Vorbemerkung führt Hans Ulrich Reck aus, sein Buch biete „wahrscheinlich ebenso viele Zugangsweisen, Annäherungen und mäandernde Durchgänge zum verhandelten Thema, wie es Leser in die Hand nehmen werden.“ Es ist also ein Buch für Kreative Leser.
 
3.) Hans-Jürgen Müller
 
 
 
Ausgerechnet ein Galerist, nämlich der Stuttgarter Hans-Jürgen Müller, beklagt die zunehmende Kommerzialisierung des Kunstbetriebs, die einher ginge mit einer Zunahme menschlicher Kälte zwischen den Protagonisten. Es überwiege die „Spekulation… und das schon bei Bildern, deren Hersteller noch BAFöG beziehen“, wettert Müller. Mit diesen Worten beschreibt er nicht etwa den heutigen Kunsthandel mit seinen aalglatten Geschäftemachern, die im Zeitalter von billiger Trash-Kultur und oberflächlichem Event-Trubel mit einer gewissen unfreiwilligen semantischen Selbstentlarvung ihr Sortiment als „Flachware“ bezeichnen, sondern die Zustände des Jahres 1984. Erschienen ist Müllers Kunstbetriebsschelte in einem Interview vor 22 Jahren in dieser Zeitschrift, und man ist erstaunt, wie erfrischend und aktuell die solchermaßen formulierte Kritik an den Strukturen des Kunstmarkts heute noch klingt. Nachgedruckt ist dieses Interview nun in einer Müller-Biografie, die soeben zum 70. Geburtstag des umtriebigen Galeristen erschien. Das ist keine Festschrift mit den üblichen Lobhudeleien, sondern die Dokumentation einer Vision, deren praktische Umsetzung das eigentliche Lebenswerk des Kunsthändlers und seiner Ehefrau Helga Müller ausmacht: Menschen aus Kunst, Wissenschaft, Philosophie, Politik und Wirtschaft zusammen zu bringen, die bereit sind, Verantwortung für die Zukunft zu übernehmen. Seit den achtziger Jahren bauen sie zu diesem Zwecke auf Teneriffa an einem zweiten „Atlantis“, der „Zukunftswerkstatt Mariposa“, die Begegnungsstätte, Denkfabrik und Kunstzentrum zugleich ist. Hier, in der entspannenden und heiteren Atmosphäre einer Urlaubsregion, soll sich das innovative Potenzial von Kreativen und Intellektuellen besser entfalten können als in der Sterilität der üblichen Kongressräume.
 
 4.)  Plötzlich diese Übersicht
  
Was gute zeitgenössische Kunst ausmacht.
 
 
 
Ronald Berg, Politik der Bilder 
Unsere Zeit huldigt wieder einem Kult der Bilder, wo das Bild Darstellung und sinnliche Gegenwart (des Anderen, des fleischgewordenen Wortes) ist. Wenn jedwedes Motiv ästhetische Würde hat, Formen des Höheren und Niedrigen
ununterscheidbar vermischt werden und keine Übereinkunft des Sichtbaren mit einer Ordnung besteht, gilt es, die Heterogenität der Bilder aufrechtzuerhalten. Die Bilder werden zu Vorgängen, die die Zusammenhänge in der Welt des Sehens, Sprechens und Denkens neu verteilen: ob ein Still aus einem Godard-Film, die Frage nach der Darstellbarkeit der Shoah, Installationen zeitgenössischer Kunst, ein philosophischer Diskurs oder das Industriedesign.
 
Diaphanes Verlag   ISBN 9783935300650       Preis : 19,90 €
 
 
 
Wie Kunstwerte entstehen
 
 Wer würde nicht gerne wissen, wie Kunstwerte entstehen? Katja Blombergs Buch verspricht schon im Titel eine Antwort auf die spannende Frage. Doch geht es bei Blomberg weniger um die Frage, wann oder wie ein Kunstwerk von Qualität entsteht. Vielmehr behandelt die ehemalige FAZ-Journalistin, Ex-Pressesprecherin des MAK Wien und derzeitige Leiterin der Berliner Kunstausstellungsstätte "Haus am Waldsee" die Kunst hauptsächlich aus der ökonomischen Perspektive. Blombergs Werte lassen sich in Euro messen. Nicht immer macht sich Blomberg die ökonomistische Betrachtungsweise selbst zu eigen, manchmal hält sie sachte Kritik an den Geschäftsgebaren von Sammlern, Kunsthändlern und Auktionshäusern durchaus für angebracht, aber ihre Kritik ist nie fundamental. Oder anders gesagt: Sie ist nicht kapitalismuskritisch.
Katja Blomberg: Wie Kunstwerte entstehen, Murmann Verlag, ISBN 3-938017-24-4, 24,90 Euro