Dozenten
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Ulrich Behr
Arbeitsbereiche: Neue Medien/Mixed Media, Künstlerische Fotografie

Bildbeschreibung

SCHLAFENDE ZÖLLNER 05/2007, Fotoinstallation des Künstlerkollektivs Mane Hellenthal / Ulrich Behr Maße der Foto-Installation: ca. 15 x 3 x 3 Meter
Die temporäre Fotoinstallation „SCHLAFENDE ZÖLLNER“ wurde für das Projekt "h'Art an der Grenze" zum Anlass von "LUXEMBOURG UND GROSSREGION KULTURHAUPTSTADT EUROPAS 2007" ausgeführt. Sie befand sich in einem ehemaligen Grenzhaus in Großbliederstroff/Frankreich an einem Grenzübergang nach Saarbrücken.

In den Fenstern des Grenzhauses sind 6 schlafende Zöllner zu sehen, drei in französischer und drei in deutscher Uniform. Die Bilder der schlafenden Zöllner sind tagsüber als überraschender, integraler Bestandteil der Fassade des Grenzhauses im Tageslicht sichtbar und des Nachts, von hinten erleuchtet, suggerieren sie den Blick in die Amtsstube. Die schlafenden Zöllner stehen als poetisch-metaphorisches Bild für den Zustand einer Binnengrenzen des heutigen Europas.

Die globalisierte Welt verändert sich in raschem Tempo. Dinge ereignen sich, die man sich wenig vorher kaum hätte träumen lassen.
Konflikte entstehen und verschwinden - manchmal von heute auf Morgen.
Fremdes wird vertraut - Fremdes taucht wieder auf und kommt bedrohlich nahe.
Grenzen entstehen und verschwinden - werden wieder aktiviert.
Der Zöllner schläft seinen 100-jährigen Schlaf bis zu der nächsten Veränderung, die ihn vielleicht wieder aufweckt.
Wir wissen nicht genau was den Zöllner wecken wird:
Sind es Flüchtlingsströme, die in das reiche Europa wollen, ist es die Angst vor globalen Epidemien oder vor Terrorattacken?
Zum G-8 Gipfel im Sommer 2007 in Heiligendamm wurde so auch tatsächlich an den Grenzen des Schengener Abkommens wieder kontrolliert.

Viele Grenzgebäude, soweit sie nicht abgerissen wurden, wirken nutzlos, heruntergekommen, abgelebt, verwahrlost. Das Grenzgebäude in Grosbliederstroff wird auf poetische Weise durch das Bild des schlafenden Zöllners wiederbelebt.
Wer die Grenze passiert, dem wird ihre Präsenz wieder in Erinnerung gerufen.
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    Ulrich Behr
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